
Bundesweit organisierte Ärzte beobachten in Wissenschaft und Praxis seit langem die gesundheitlichen Wirkungen elektromagnetischer Felder.
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Funkwellen vom Handy schädigen das Erbgut
Die Ergebnisse einer von der Europäischen Union geförderten Studie an Zellkulturen belegen Veränderungen am Erbgut, wie wir sie durch Röntgenstrahlung kennen. Gemessen wurde bei Feldstärken unterhalb des Grenzwerts, wie sie beim Handy-Telefonat entstehen.
"Seit 40 Jahren gilt die Lehrmeinung, dass elektromagnetische Felder zu schwach sind, um das Erbgut zu verändern", sagt Prof. Adlkofer, Internist und wissenschaftlicher Leiter des Projekts. "Unsere Ergebnisse haben jetzt das Gegenteil gezeigt."
"Seit 40 Jahren gilt die Lehrmeinung, dass elektromagnetische Felder zu schwach sind, um das Erbgut zu verändern", sagt Prof. Adlkofer, Internist und wissenschaftlicher Leiter des Projekts. "Unsere Ergebnisse haben jetzt das Gegenteil gezeigt."
Ansatz der Studie war, dass, wenn auf Zellebene keine Effekte auftreten, auch für das komplexe System Mensch keine Gefährdung bestehen kann. Entgegen dieser Annahme gelangten die Arbeitsgruppen trotz unterschiedlicher Nachweismethoden zum gleichen Ergebnis: Ab einem SAR-Wert von 1,3 Watt pro kg kam es zu Einfach- und Doppel-Strangbrüchen. Der Grenzwert für Mobiltelefone beträgt 2 Watt pro kg.

Lichtmikroskopische Aufnahme von drei sich teilenden Zellen.
Der rote Pfeil bei der rechten, sich teilenden Zelle zeigt einen dunklen Punkt. Er weist darauf hin, dass entweder das Programm der Zellteilung gestört ist oder von den DNA-Strängen abgespaltenes Material bei der Zellteilung nicht mehr integriert wird, sondern als kleiner Extrakern erscheint.
Eine unterbrochene Feldbelastung (24 Stunden lang steter Wechsel von fünf Minuten an und zehn Minuten aus) löste offensichtlich mehr DNA-Schäden aus als eine gleich lange kontinuierliche Bestrahlung.
Dass die DNA-Schäden von den bestrahlten Zellen nicht problemlos repariert werden können, zeigen Chromosomenanalysen Wiener REFLEX-Forscher. Sie fanden einen signifikanten Anstieg von Chromosomenveränderungen wie Spalten, Brüchen, azentrischen und dizentrischen Chromosomen in den bestrahlten im Vergleich zu nicht bestrahlten Zellkulturen. Die festgestellte Schädigung der Zellkulturen im Reagenzglas kann zwar nicht direkt auf das komplexe biologische System Mensch übertragen werden. Die Studie gibt aber konkreten Anlass, mit weiteren Vorsorgemaßnahmen die Strahlenbelastung zu verringern.
Wie die DNA-Strangbrüche entstehen, ist noch unklar. Es scheint aber, dass durch die elektromagnetische Strahlung vermehrt freie Radikale produziert werden, die dann offensichtlich eine Schlüsselrolle bei den Strangbrüchen haben. Denn in Zellkulturen, denen der Radikalenfänger Vitamin C zugesetzt worden war, gab es kaum Strangbrüche.
"Gefährlich sind vor allem die Doppelstrangbrüche, weil sie vom Körper oft falsch repariert werden", erklärt Adlkofer und weist darauf hin: "Veränderungen am Erbgut führen in der Regel zu Krebs". Außerdem machten die Forscher eine erstaunliche Entdeckung: Sind Zellen bereits geschädigt, wird dies durch den Einfluss der Strahlung um ein Vielfaches verstärkt.
Krebs und Leukämie durch EMF

Dominique Belpomme, Professor für Onkologie an der Universität Paris-Deschartes und Vorsitzender der ARTAC (Association pour la recherche thérapeutique anti-cancéreuse / Verband für Krebsbehandlungs- forschung) sieht einen Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern, Krebs und Leukämie, sowie neurodegenerative Erkrankungen, bei denen Nerven- und Hirngewebe abgebaut werden.
Er stellt fest, dass bei Kindern immer häufiger auftretende Phänomene wie Legasthenie und Sprachstörungen, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche sowie geringes Erinnerungsvermögen durch elektromagnetische Felder mit verursacht werden können.
Appell von 20 Französischen Krebsspezialisten
Neurologen und Psychiaters, dass das Mobilfunkrisiko zu groß ist, um weiter schweigend zuzusehen . "Wir sind heute in der gleichen Situation,wie vor fünfzig Jahren für Asbest und Tabak“, sagt Thierry Bouillet, Onkologe im Krankenhaus Avicenne in Bobigny, Unterzeichner des Aufrufs.
„Entweder man tut nichts, und man nimmt ein Risiko hin, oder man erkennt, daß es ein Bündel an wissenschaftlichen Argumenten gibt, die Besorgnis erregend sind . "
Die Unterzeichner des Aufrufs darunter Professor Henri Pujol, Präsident der französischen Nationalen Liga gegen den Krebs, betonen die besonderen Risiken für Jugendliche.
Risiken von Mobilfunkstrahlungen
Die russische Strahlenschutzkommission hat in einem Appell im 2008 sehr eindrücklich auf die hohen Risiken durch Mobilfunkstrahlung bei Kindern und Jugentlichen hingewiesen und sieht die kommenden Generationen in grosser Gefahr.
Folgende Gesundheitsgefahren: Gedächtnisstörungen, nachlassende Aufmerksamkeit, verringerte Lern- und Denkfähigkeiten, zunehmende Reizbarkeit, Schlafprobleme, zunehmende Stressempfindlichkeit, zunehmende Bereitschaft für Epilepsie.
In ferner Zukunft zu erwartende Gesundheitsrisiken: Gehirntumore, Tumore der Gehör- und Eingangsnerven, Degeneration von Nervenstrukturen des Gehirns
Auch das Bundesamt für Strahlenschutz stellte in seinen "Leitlinien Strahlenschutz" von 2005 fest: "In Deutschland fehlt derzeit eine Rechtsgrundlage ..... Die Folge ist, dass, von wenigen Ausnahmen abgesehen, eine weitgehend unkontrollierte Exposition der Bevölkerung stattfindet".
Letztes Jahr stellte das EU-Parlement fest: "die Grenzwerte für die Exposition der Bevölkerung sind nicht mehr aktuell".