Smart Grid: „Intelligentes“ Stromzählen mit Vernunft – Funkende Zähler müssen nicht sein
Von Prof. Dr. Werner Thiede - Pfarrer der Evang.-Luth. Kirche (Regensburg) und Publizist
Veröffentlicht in Heftarchiv - Heft 04/2011 Paracelsus Magazin
Auf Diagnose-Funk mit freundlicher Erlaubnis der Redaktion Paracelsus Magazin
Tatsächlich hat das Umrüsten in Europa längst begonnen. So ist auf der Homepage des Stromkonzerns E.ON nachzulesen: „In Kürze wird der Konzern europaweit 1,8 Millionen Smart Meter installieren.“ Bereits heute schon sind in Schweden rund eine Million Smart Meter im Einsatz, und in Spanien kommen bis 2014 rund eine Dreiviertelmillion dazu.
Auch für Deutschland ist der Umstieg seit einem Bundestagsbeschluss von 2008 unausweichlich geworden: Bis 2015 sollen die herkömmlichen Zähler, für die man bisher lediglich einmal im Jahr eine vorgedruckte Postkarte ausfüllen musste, flächendeckend ausgetauscht sein. Spätestens 2012 – nach dem GAU in Japan wohl schon eher – wird die Bundesregierung der EU detailliert darlegen, wie sie in den kommenden Jahren eine umfassende „intelligente“ Strominfrastruktur einführen will.
Laut Oettinger soll es künftig „eine detaillierte Verbrauchs- und Kostenrechnung, und die jeden Monat“ geben – was in der Regel Fernablesung von Strom und Gas bedeutet. Die lässt sich technisch auf unterschiedlichen Wegen realisieren: per Funk, per DSL-Kabelverbindung oder aber per Telefonnetz, gegebenenfalls auch per Kabelfernsehnetz. Verbraucher erweisen sich als intelligent, wenn sie darauf achten, dass mit künstlich-intelligenten Zählern in ihre Häuser und Wohnungen keine Technologien eingebaut werden, die dauerhaft mit gesundheitlich bedenklichen Emissionen einhergehen.
In einer Zeit, in der man aus Respekt vor potenzieller radioaktiver Strahlung inzwischen ganze Atomkraftwerke vom Netz zu nehmen bereit ist, sollte es obsolet sein, Mobilfunkstrahlung zwecks Fernablesung von Strom-, Wasser- und Gaszählern in fast alle Wohnräume hineinzuzwingen.-Agentur – so ist wiederum Wikipedia zu entnehmen – werden je nach Anbieter einmalig 35 bis 100 Euro und jährlich zwischen 60 und 240 Euro in Rechnung gestellt: „Dem stehen im Mittel optimistisch gerechnete Einsparungen von 9 bis 42 Euro gegenüber. Ist daneben ein paralleles Telekommunikationsnetz notwendig und noch keine DSL-Verbindung vorhanden, verschlingt die permanente DSL-Verbindung pro Jahr rund 131 kWh – ein Kühlschrank kommt im Vergleich auf weniger als 100 kWh im Jahr.“ Wer intelligent ist, der rechne!